GESCHICHTE - der Name JOEL

Johann Friedrich Joel [1792-1852] bewirtschaftete in der Aufschwungphase des Wandertourismus die höchste Herberge auf dem Rennsteig. Der dicke Joel, einst Feldjäger, dann Leibwächter eines hohen Herren, hatte 1843 die ärmliche Herberge auf der Schmücke übernommen, wo unweit der höchsten Gipfel des Gebirges mehrere Straßen den Rennsteig kreuzten. Die Pläncknersche Paßstraße nahe Oberhof hatte zudem die Region stärker erschlossen und gegen Ende der Biedermeierzeit gab es keinen besseren Stützpunkt für Touren auf die höchsten Höhen des Thüringer Waldes als die Schmücke.

Noch heute erzählt man sich so manche Anekdote des Spaßvogels, der es gern pflegte selbst hohe Herrschaften auf die Schippe zu nehmen.

So blieb der Aufschwung der Region auch damals dem herzoglichen Fiskus in Gotha nicht verborgen, den die fidele Herberge auf dem windigen Dache des gothaischen Landes nahm. Eines Tages entstieg der Postkutsche daher eine Assessorlein [Assessor = Gehilfe im Amt] und nahm das Anwesen akurat in Augenschein. Der dicke Joel war die Freundlichkeit selbst und erklärte jovial, er wolle den Pachtzins gerne verdoppeln. Hochzufrieden mit diesem Erfolg kehrte das Assessorlein nach Gotha zurück. Als man nun in den Büchern den genauen Betrag der Forderung feststellen wollte, gab es lange Gesichter: Der dicke Joel hatte die Schmücke nämlich seinerzeit pachtfrei erhalten, nur damit er das ärmliche Viehaus mit Schenke und Herberge überhaupt bewirtschaftete. Doch damit nicht genug: Die Staatskasse hatte ihm sogar die ganze Zeit über noch 100 Taler jährlich gezahlt. Die fielen jetzt freilich fort, aber Pacht musste der dicke Joel auch weiterhin nicht zahlen.

Berühmt ist auch jene Geschichte, wie Joel den oft zur Jagd auf der Schmücke weilenden Herzog im Stroh schlafen ließ: "Tut mir Leid, Eure Hoheit, aber eine durchreisende Damengesellschaft hat die Zimmer leider schon belegt!" - um seiner Forderung nach einem Erweiterungsbau Nachdruck zu verleihen - in die Betten hatte er Mägde aus der Umgebung gesteckt.

Dass er grieskrämigen Knausern schon mal das Glas Wasser teurer berechnete als den fröhlichen Zechern das Bier, war ein weiterer jener Späße, die sich herum sprachen. Dass die Schmücke bald einen weit bekannten Ruf genoss, lag ganz allein an dem dicken Joel, der stets für Stimmung sorgte, wenn Wanderer und Jäger auf der einsamen Schmücke beisammen saßen.

Seit 1971 hat das damals höchst gelegenste Restaurant des Thüringer Waldes den Namen JOEL-BAR bekommen. 2007 wurde die legendäre Bar mit neuem Leben gefüllt. In Erinnerung an den alten Joel, der voller Witz, Humor und Spaß durch das Leben ging, heißen wir Sie herzlich willkommen in Oberhof's einzigartiger Eventlocation ...